goltz + silber

Gründung

goltz + silber wurde im Oktober 2003 von der Dramaturgin Nicola Bramkamp und den Schauspielern Glenn Goltz und Roland Silbernagl gegründet, bezeichnet den Zusammenschluss von verschiedenen Künstlern, die auf gemeinsame Arbeitserfahrung an verschiedenen Stadt- und Staatstheatern zurückgreifen.

Inhalte /Arbeitsmethode

In wechselnden Konstellationen soll der Versuch unternommen werden, literarische und dramatische Vorlagen auf deren heutige politische und gesellschaftliche Relevanz zu überprüfen. Wichtigstes Element unserer Arbeit ist dabei die Zusammenarbeit mit arrivierten Musikern, die bei allen goltz + silber Projekten live am Bühnengeschehen teilnehmen.

Als erstes haben wir mit diesem Arbeitsprinzip das Projekt „Ice Cream Man“ realisiert, das Texte von William S. Burroughs mit Songs von Tom Waits vereinte, und vom Kulturamt der Stadt Köln gefördert und vom Tiroler Theaterfestival „Stummer Schrei“ koproduziert wurde. Nach der erfolgreichen Premiere im Keller des Kölner Filmhauses waren wir mit dieser Produktion zu Gast am Staatstheater Stuttgart, beim „Stummer Schrei“, Theaterfestival Tirol sowie beim Burroughsfestival „Cut-Up“ im Rahmen der Art Cologne. Außerdem ist „Ice Cream Man“ in die engere Wahl des Impulse - Festivals 2005 gekommen und entsprechend im Programmheft erwähnt.

Unser zweites Projekt „Blick zurück im Zorn“ von John Osborne wurde vom Theater im Bauturm - Freies Schauspiel Köln und dem Schlosstheater Moers koproduziert und hatte am 15. Januar 2005 in Köln bzw. am 03. Februar 2005 in Moers Premiere. „Blick zurück im Zorn“ ist eine von sechs ausgewählten Produktionen, die Fördergelder des neuen Fonds des Landes NRW für Kooperationen zwischen städtischen Theatern und Theatern der freien Szene erhalten haben. Im Juli 2005 ist „Blick zurück im Zorn“ für den Kölner Theaterpreis der SK-Stiftung Köln nominiert worden. Des Weiteren war die Produktion zu den Heidelberger Theatertagen 2005 eingeladen und von der Jury zum Preisträger gekürt worden.

Parallel zu „Blick zurück im Zorn“ haben wir im Januar 2005 „4.48 Psychose“ von Sarah Kane in Koproduktion mit dem Theater im Bauturm - Freies Schauspiel Köln realisiert
Unser viertes Projekt „Lizard King“ wurde vom Kulturamt der Stadt Köln und vom Fonds Darstellende Künste e.V. gefördert, ist als Kooperation mit dem Schlosstheater Moers und dem Theater im Bauturm Freies - Schauspiel Köln entstanden und hatte im Januar 2006 Premiere in Köln. „Lizard King“ war im Rahmen des Festivals „Vorsicht Gleisarbeiten“ am Theaterhaus Jena.

Unser fünftes Projekt “Q4-Imitation of life“ ist unser erstes internationales Projekt und hatte am 12.Oktober 2006 in Varna (Bulgarien) Premiere. Es ist in Koproduktion mit dem Dramatischen Theater „Stoian Bachvarov“ Varna(Bulgarien) und dem Schlosstheater Moers und in Kooperation mit dem Nationaltheater Sofia(Bulgarien), dem Forum-Freies-Theater Düsseldorf, dem Theaterhaus Jena und dem Schauspiel Köln entstanden.
Gefördert wurde „Q4 –Imitation of life“ vom Fonds Darstellende Künste e.V. – Sonderprojekt Osteuropa, dem Kulturamt der Stadt Köln und dem Ministerpräsidenten des Landes NRW.

Finanzierungsmodell

Auf der Suche nach Alternativen zum Stadt und Staatstheatermodell entscheiden sich die Künstler von goltz+silber bewusst für die freie Szene. Die Strukturen der großen Häuser machen unkonventionelles Herangehen an Theaterarbeit schwierig. Auf der anderen Seite sind die Produktionen in der freien Szene nur zum Teil durch öffentliche Gelder von Stadt, Land und Stiftungen zu finanzieren.

Deshalb haben goltz+silber es sich zum Ziel gesetzt mit verschiedenen Koproduzenten zusammenzuarbeiten: So wollen wir eine Verbindung von Theatern/Spielstätten initiieren und Projekte gerade durch die finanzielle Unterstützung der Partner realisieren. Dieses Modell hat sich als sehr tauglich erwiesen. Mehrere potente Partner beteiligen sich anteilig an den Produktionskosten und können eine neue Produktion an Ihren Häusern zeigen. Ziel dabei ist eine gemeinsame künstlerische und zum Teil auch strukturelle Befruchtung zu bewirken.

Die Künstler von goltz+silber gastieren sowohl bei anderen freien Gruppen als auch an renommierten Stadt- und Staatstheatern. Dieser Austausch erweist sich nicht nur unter künstlerische Gesichtspunkten als vorteilhaft.