4.48 Psychose

Foto 01von Sarah Kane

“4.48 Psychose” schrieb Sarah Kane im Herbst und Winter 1998/99 – kurz vor ihrem Tod. Wegen eines Suizidversuchs wurde sie in eine psychiatrische Klinik eingeliefert, wo sie am 20. Februar 1999 schließlich Selbstmord beging. Das Stück wurde posthum, am 23. Juni 2000, am Royal Court Theatre London uraufgeführt.
Das 4.48. im Titel meint jene Stunde in der Nacht, in der der Verstand von Dämonen heimgesucht wird – und zugleich am klarsten ist. Dunkle, quälende Gedanken, verweben sich mit Erinnerungen an Klinikaufenthalte und Gespräche mit Psychiatern. Das Stück ist zerrissen, dicht und eindringlich, bitter und verzweifelt. Barocke Bilderfluten wechseln mit knappen, rätselhaften und ruhigen Passagen. Ein Text bar jeder Szenenanweisung und Rollenvorgabe. Ein hermetisch geschlossenes, frei schwebendes loses, lyrisches Gefüge aus Selbstgespräch und pathologischer Beschreibung. Ein Aufschrei. Ein Sehnsuchtslied.