Blick zurück im Zorn

Foto 01„ Wollen wir nicht so tun als ob wir Menschen wären, - lebendige Menschen? Nur für eine gewisse Zeit. „
Jimmy Porter in „Blick zurück im Zorn“

Auf der Grundlage des 1957 entstandenen Kultstücks „Blick zurück im Zorn“, mit dem John Osborne zum Urvater einer ganzen Generation systemkritischer junger Schriftsteller, den „angry young man“ avancierte, haben wir –mit Jimmy Porter als Sprachrohr- eine gesellschaftliche Analyse der heutigen politischen Verhältnisse vorgenommen, die dem Stück zu alter - neuer Sprengkraft verhilft.
Wie in allen Arbeiten von goltz + silber ist der Einsatz von Musik einer der wichtigsten Bestandteile der Inszenierung . Bewusst greifen wir auf die Form des Punk zurück, dessen Songtexte sich aus einer Mischung aus Armut und intellektuellem Scharfsinn generieren und der seine Wurzeln im gleichen Milieu hat, wie das im Stück beschriebene. Der renommierte Kölner Musiker Andreas Debatin ist szenisch und musikalisch in die Handlung integriert. Es werden Songs im Stile von „The Jam“,„ Joy Division“ oder auch „Sonic Youth“ in den Stückablauf eingewoben, die diesen unterbrechen, kommentieren und von den Schauspielern am Mikrofon live gesungen werden. Wir schaffen damit eine Konzertatmosphäre, die dem gesamten Bühnenereignis eine neue Dimension verleiht und entscheidend zur Entfaltungsmöglichkeit der Akteure beiträgt. So entsteht aus einem psychologischen Kammerspiel eine politische Punkoper für vier Schauspieler und einen Musiker.