Mehr Ich

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Mehr Ich! revolutioniert Ihre Persönlichkeit, optimiert Ihre Fähigkeiten und multipliziert Ihre Talente.
Mehr Ich! das ist der virtuelle Spaziergang durch Ihre Seelenlandschaft.
Erwerben Sie Mehr Ich! ab dem 26.11.2008 in der Plankgasse 11/Köln Hansaring!
Mehr Ich! Wird Ihre Persönlichkeit verändern!

Die Szenerie wechselt ebenso rasend, wie die Persönlichkeiten der Figuren. Bewegen Sie sich mit den Akteuren durch die Stadt Köln: zu Fuß oder im Auto. Folgen Sie Marie, Daniel und Pete auf eine Stadt-Odyssee durch die Nacht.
Wer ist Ich? Wer sind WIR und wie viele? Was ist virtuell, was Realität oder virtuelle Realität? Wohin führt die Sehnsucht nach Multiplizität der Persönlichkeit in der modernen Gesellschaft?
Die neueste goltz+silber Produktion verbindet die Erlebniswelt von Menschen mit dissoziativer Identitätsstörung, mit heutigen Persönlichkeitstrends. Wir wagen einen Blick auf das Ich in der Moderne: wie Viel ist Mehr Ich! Und wieviel Ich ist sinnvoll?

Projektbeschreibung

„Mehr Ich“
Das neue goltz + silber Projekt „Ich und die Anderen“ beschäftigt sich mit dem Multiplen Persönlichkeitssyndrom (MPS). Goltz + silber wollen aufzeigen, dass das MPS, ein gesellschaftlich negativ konnotiertes Krankheitsbild, nicht weit entfernt ist von der alltäglichen Zersplitterung moderner Identitäten. Es geht nicht um die Darstellung eines Krankheitsbildes. Vielmehr wollen wir das faszinierende Rollenspiel der multiplen Figuren aufgreifen, um daran unsere alltägliche Sehnsucht nach dem permanenten Zustand der Erfüllung zu prüfen. Wir wollen fragen, ob der moderne, flexible Mensch von heute nicht einem ähnlichen Druck zu funktionieren unterliegt wie das bei Menschen mit MPS der Fall ist. Aus einer Fülle von Wertvorstellungen und Rollenangeboten setzt der moderne Mensch seine Identität zusammen, ähnlich einem Multiplen, der durch Schockerlebnisse in verschiedene Seelen zerfällt.
Nach psychologischen Theorien handelt es sich beim Multiplen Persönlichkeitssyndrom nämlich um ein effektives Abwehrsystem zum Zwecke des Überlebens. Auf psychischer Ebene werden hierfür unterschiedliche „Personen“ erschaffen, die sich an widersprüchliche und miteinander unvereinbare Umwelt- und Überlebensbedingungen besser anpassen.
Wir werden in einem work-in-process einen performativen Theaterabend erschaffen. Wir sehen in der klassischen Guckkastenbühne keinen adäquaten Raum für dieses theatralische Experiment und haben uns deshalb bewusst für die Umsetzung im öffentlichen Raum entschieden. Teile des Stücks sind frei nach Motiven aus Matt Ruffs Roman “Ich und die anderen” gestaltet. Das Szenario des Hauses im Roman, vertauschen wir in unserer Romanbearbeitung mit einem VW-Bus. Wie in Andys Kopf, sitzen die Zuschauer im Fahrgastraum und sind gleichzeitig Voyeure und Komplizen.
Auf einem Roadtrip mit den Akteuren durch die Städte Köln und Hagen wollen wir dem Zuschauer begreifbar machen, welche Herausforderung es für Multiple darstellt, sich in unserer Gesellschaft als „normal“ zu behaupten. Essentiell ist dabei der urbane Raum. Hier wird mit der Öffentlichkeit von Intimität und dem Rückzug ins Private gespielt. Eine Zuschauergruppe von zwölf Leuten wird im Fahrgastraum eines VW-Bus, den Konflikten der Multiplen und ihren „Andern“ hautnah ausgesetzt. Je nach dem wer von den andern Seelen der Figuren gerade am Steuer sitzt, werden sie sich mehr oder weniger unfreiwillig in einer Bar, an der Bushaltestelle, einem Hotel oder in einer Wohnung wieder finden. Die Zuschauer müssen mitziehen, wenn „ein Anderer“ das Kommando übernimmt.

Mit: Lisa Sommerfeldt, Jesse Inman, Roland Silbernagl

Chello: Krasimira Kosova

Regie: Miriam Michel

Bühne/Kostüm: Fabienne Müller

Dramaturgie: Anna Groos

Gefördert durch: Ministerpräsident des Landes NRW, Theater Hagen, NRW Kultursekretariat, Stadt Köln